Chronologie zur Wupperbrücke in Dahlerau

Schon seit Jahren wird über eine Sanierung dieser Brücke geredet. Dabei ging es bislang immer darum, die Brücke wieder instand zu setzen, was mit einigen 10.000 Euro wohl zu machen wäre.


Dezember 2007

Eine neue Dimension bekam das Ganze, als im Dezember 2007 eine Firma auf dem Wülfing-Gelände darüber klagte, dass die Anfahrt von Schwerlastverkehr (über 16 Tonnen Gesamtgewicht) wegen der Brücke nicht möglich wäre. Die Firma sah sogar ihre Existenz bedroht, wenn die Brücke nicht auf 40 Tonnen Tragfähigkeit aufgelastet würde, suche man sich in anders Areal.

Nun kann man die Situation dieses Unternehmens natürlich nachvollziehen, allerdings kann das auch kein neues Problem sein. Als die Firma sich im Jahre 2000 dort ansiedelte, war bekannt, dass An- und Ablieferungen nur bis 16 Tonnen möglich sind.

Nun kann man sich mehrere Lösungen für dieses Szenario vorstellen:

  1. Die Firma schildert die Situation den zuständigen Spediteuren. Diese sind in der Regel auf derartige Situationen eingerichtet. Beschränkungen für LKW gibt es nicht nur in Dahlerau. Auch andernorts müssen Anlieferungen mit kleineren Fahrzeugen erfolgen. Die Frachtkosten können dadurch natürlich steigen.
  2. Falls die Lösung 1 nicht möglich oder für die Firma zu teuer ist, bleibt im Wesentlichen der Umzug auf ein besser erreichbares Areal.
    Davon gibt es auch in Radevormwald genug.  
    oder
  3. Man jammert den Kommunalpolitikern die Ohren voll, damit diese ein bis zwei Millionen locker machen, um die Brücke auf 40 Tonnen aufzulasten.
    Die nicht nur aus Kostengründen schlechteste Lösung. Denn an dieser Stelle ist nicht nur das Gewicht der LKW ein Problem, auch das rangieren an den Engstellen sowie das Wenden auf dem Wülfing-Gelände ist nicht unproblemtisch. Hinzu kommt, dass sich diese Lösung sicher nicht rasch verwirklichen lässt, und wenn es wirklich um die Existenz eines Unternehmens geht, sind schnellere Lösungen angebracht.

Aber: die besagten Lokalpolitiker ließen sich weichklopfen und noch im Dezember beschloss der Rat, die Brücke zu verbreitern und auf 30 Tonnen aufzulasten (gegen die Stimmen von AL und FDP). Damit ließen sich die Ratsmitglieder auf ein bautechnisches Abenteuer ein, dessen Folgen noch gar nicht endgültig abgeschätzt werden können.

Februar 2008

Der Bauauschuss beschäftigt sich mit dem Thema: Es wird – allen Bedenken zum Trotz – vorgeschlagen, die Brücke möglichst rasch (man wollte noch 2008 damit anfangen) auf 30 Tonnen Tragfähigkeit aufzulasten. Man hofft dabei auf Zuschüsse vom Land.
Kurz vor der Sitzung wird der Antrag erweitert, die Brücke soll nun sogar 40 Tonnen Traglast erhalten.
Der Umleitungsverkehr soll durchs Schnellental erfolgen, einer Straße, die bislang wegen der Abrutsch-Gefahr für den Durchgangsverkehr gesperrt ist.

Weitere Zielvorgaben:
Baubeginn Herbst 2008, Kosten ca. 750.000 Euro, Dauer drei Monate.

Mai 2008

Die Brücke wird teurer und schmaler, dafür soll sie jetzt sogar auf 60 Tonnen aufgelastet werden. Man merkt allerdings, dass es für den Umleitungsverkehr logistische Wupperbrücke in DahlerauProbleme geben könnte.

Eine schnelle Lösung erscheint jetzt nicht mehr möglich.

Auch soll die Brücke nicht mehr verbreitert werden, sie wird sogar einen Meter schmaler. Begegnungsverkehr wird nicht möglich sein.

Weitere Planung:
Baubeginn Oktober 2008, Kosten 950.000 €, Dauer 3,5 Monate

August 2008

Die Kostenschätzung wird nach oben korrigiert, die neue Brücke soll jetzt 1,35 Millionen Euro kosten. Nach wie vor hofft man auf Landeszuschüsse von 700.000 €.

September 2008

Der Stadtrat befasst sich erneut mit der Brücke.
Die AL beantragt, diese Planungen einzustellen, da sowohl die Kosten als auch die logistischen Probleme nicht abzuschätzen sind. Die AL bezweifelt auch die Notwendigkeit in dieser Form. Wenn wirklich Schwerlastverkehr auf dem Wülfing-Gelände nötig ist, wäre zunächst für ausreichenden Park- und Verkehrsraum zu sorgen und u.U. ein Zugang zum Gelände an andere Stelle in Erwägung zu ziehen.

Der Rat lehnt den Antrag der AL ab, diesmal schlägt sich auch die FDP auf die Seite der Befürworter einer Brückenauflastung.

Januar 2009

Neuester Stand der Planung:
Baubeginn Mai 2009, Dauer sechs Monate.
Die Probleme mit der Umleitung während der Bauphase sind nach wie vor nicht gelöst.
Auch gibt es noch keine Entscheidung bezüglich der erhofften Landeszuschüsse.
Man geht weiterhin von Kosten von 1,3 Mio € aus.
Über Folgekosten wie Ertüchtigung der Straße „Schnellental“ oder zu erwartende Sanierung der durch den Schwerlastverkehr beschädigten Straßen (die teilweise auf Wuppertaler Gebiet verlaufen - was sagt eigentlich die Stadt Wuppertal dazu?) gibt es noch keine Abschätzungen

17. März 2009 - Ratssitzung

Im Haushaltsentwurf sind jetzt schon knapp 1,5 Mio. € für die Brücke veranschlagt.

Die AL bringt nochmals einen Antrag in den Stadtrat ein, wegen der nicht abschätzbaren Folgen diese Baumaßnahme zu stoppen.
Ein letzter Versuch, um die Stadt Radevormwald vor einem finanziellen und verkehrstechnischen Chaos zu bewahren!

Ergebnisse dieser Ratssitzung:

Alle anderen Parteien lehnen einen Baustopp ab, als Trostpflaster wird eine Fußgängerbrücke für die Bauzeit beschlossen.

Aber: Anschließend lehnt der Stadtrat den Haushalt 2009 ab. Damit liegt auch der Neubau der Wupperbrücke auf Eis.  Zunächst mal bis zur nächsten Ratssitzung

Wenn Sie noch mehr zu den Haushaltsberatungen, insbesondere zu diesem Punkt erfahren möchten, lesen Sie hier weiter!

Übrigens:

Die Firma, die das Ganze im Jahr 2007 angeleiert hat, ist im Jahre 2008 von dem Gelände weggezogen.
Da das die einzige Firma war, die auf 40-Tonnen-Lieferverkehr angewiesen war, solte sich die Sache ja eigentlich sowieso erledigt haben.

Aber nicht so in Radevormwald, hier wird alles konsequent zu ende geführt, egal wieviel Sinn das im Einzelfall macht.